Wir sind im größten Steinhaus von Steinhausen. Häääää? Nun, mit der Unabhängigkeit wurde Südrhodesien nach den „Häusern aus Stein“ (in Shona „dzimba dza mabwe“), die im ganzen Land zu finden sind, in Simbabwe umbenannt. Die beeindruckendsten dieser Steinhäuser und gleichzeitig größten Befestigungen in ganz Subsahara-Afrika liegen nahe Masvingo und waren Mittelpunkt eines jahrzehntelangen politisch dominierten Forschungsstreites. Darüber wollen wir mehr erfahren – wir besichtigen Great Zimbabwe!

Nach einem Buschcamp am nahegelegenen Mutirikwi Stausee schlagen wir recht früh am Eingang auf und weil die Eintritts- und Führungspreise unerwartet moderat sind, lassen wir uns die Anlage vom motivierten Guide Champion zeigen.

Im Morgennebel starten wir hinauf zu den Bergruinen, die früherer Königssitz und spirituelles Zentrum waren. Auch heute noch kommen traditionelle Shona Heiler an diesen als machtvoll verehrten Ort und Champion erzählt uns einige sehr schräge Mythen, die sich um das Mauerwerk ranken.

Beeindruckend aber vor allem ist der riesige Ringbau „Great Enclosure“ mit dem konischen Turm, der heute zu Simbabwes Nationalsymbol wurde.

Die Anlage ist so gekonnt konstruiert, dass man über die gesamte Kolonialzeit hinweg überzeugt war, dass diese nicht von der lokalen Bevölkerung erbaut sein konnte. Solche Bauten würden nur „zivilisierte“ Völker errichten können. Bis hin zur Königin von Saba reichten die Thesen, man vermutete, dass aus dieser Region der Goldreichtum von Salomo stammen würde. Wissenschaftler, die zu anderen Erkenntnissen kamen (nämlich dass es sich tatsächlich um ein afrikanisches Bauwerk handelt), wurden kurzerhand des Landes verwiesen. Erst mit der Unabhängigkeit wurde den afrikanischen Erbauern Recht getan und deshalb ist heute Great Zimbabwe der ganze Stolz des Landes, obwohl es von Plünderern und archäologischer Stümperei schon arg zerstört wurde.

Die Führung ist wirklich interessant. Auf die Außerirdischen-Theorie von Erich von Däniken angesprochen erzählt uns Champion, dass dieser hier vor Ort war und von einem seiner Kollegen herumgeführt wurde. Der arme Kerl hatte dann ganz schön Erklärungsnotstand als Von Däniken publizierte, wie Außerirdische Great Zimbabwe errichtet hätten. 🙂

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