Endlose Landschaften in gleißendem Licht. Absolute Stille. Wir sind aufgebrochen zu einer Fahrt in die Zentrale Kalahari. Sechs Tage ohne jegliche Versorgungsmöglichkeit. Alles müssen wir selbst mitbringen – Wasser, Diesel, Lebensmittel. Im Fall von Pannen sind kaum andere Fahrzeuge unterwegs. Und unser Notfall-Satellitentelefon hat so südlich wie wir uns befinden noch keinen Empfang, da die dazugehörigen Satelliten über dem Äquator stehen.

Wir fahren entlang von riesigen Pfannen, die fossile Flusstäler sind. Uns umgibt nur die Endlosigkeit der Kalahari. Am Abend campen wir auf Plätzen des Nationalparks, die wir bereits ein Jahr im Vorfeld buchen mussten. Oft gibt es auf einer Fläche von zig Quadratkilometern nur einen einzigen Campingplatz, der dann exklusiv vergeben wird. Ist der weg, Pech gehabt.

Wir aber haben Glück und konnten alle unsere Wunschplätze rechtzeitig ergattern. So ein Campingplatz ist eine gerade Ebene unter einem Baum. Dazu gibt’s ein Plumpsklo und einen Sichtschutz für eine mögliche Dusche. Duschwasser muss man für die sogenannten „Bucket Showers“ wie gesagt eh selbst mitbringen. Und dennoch oder gerade deshalb verbringen wir hier einige der schönsten Tage und Nächte unserer Reise.

Totale Entspannung. Kilometerweit nichts. Reduktion aufs Wesentliche. Über uns der eindrucksvollste Sternenhimmel, den man sich so vorstellen kann. Die Milchstraße so klar und sichtbar wie selten sonst. Dazu die nächtlichen Tierlaute fürs völlige Buschfeeling. Anders als in Namibia oder Südafrika campen wir hier ohne irgendwelche Schutzzäune und haben zu unserer Sicherheit nur das Lagerfeuer. Eins mit der Natur.

Wir spüren großes Glück all das hier sehen und erleben zu dürfen. Gleichzeitig eine kleine Traurigkeit, dass wir wohl nie so ganz vermitteln werden können, welch unglaubliche Erfahrungen wir in diesem Jahr in Afrika machen. Wie oft hatten wir vor unserem Reisestart die Frage gestellt bekommen: „Warum gerade Afrika?“. Dabei sind die „Darums“ so zahlreich, dass wir gar nicht wüssten wo anfangen zu erzählen.

Besonders entspannt nächtigen wir an der Piper Pan, die wir von unserem Platz direkt zum Sundowner überblicken können.

Am nächsten Tag drehen wir noch eine kleine Runde um die Pfanne. Tiersichtungen erwarten wir uns von der Kalahari keine großartigen, hierher fährt man vielmehr wegen der Gesamtszenerie. Doch wir sollten vom Gegenteil überzeugt werden. Im positiven Sinne.

Ein ganzes Löwenrudel marschiert unaufhaltsam auf uns zu – sechs Löwendamen und ein Männchen. Dessen Mähne ist wie für Kalahari-Löwen typisch schwarz. Und er wirkt völlig ausgehungert.

Normalerweise jagen ja die Weibchen und die Herren haben dann den Vortritt beim Fressen. Dieser Löwenmann hier dürfte aber keinen so guten Stand bei seinen Damen haben…

Das Rudel steuert nun das Wasserloch an. Dort warten wir auf sie. Einzigartige Szenen! Und wir haben das alles ganz für uns alleine – über zig Kilometer ist keine andere Menschenseele.

Daneben spüren wir unzählige Oryxe, Impalas, Gnus, Erdhörnchen, aber auch Strausse, Hasen, Schakale, Giraffen und sogar Elefanten auf.

Und mitten in der tiefsten Wüste kreuzt eine Schildkröte unseren Weg! Das arme Viecherl musste dann vom Weg gerettet werden 🙂 Von wegen kaum Tiersichtungen. Die Zentrale Kalahari überrascht uns in jeder Hinsicht unglaublich.

Unendliche Weiten erleben wir danach auch im Nxai Nationalpark. Hier nächtigen wir auf einer Baobab-Insel inmitten einer Salzpfanne mit Blick auf die Baines Baobabs Gruppe.

Auch hier exklusiv. Am Abend leuchten die Baobabs feurig rot. Uns umgibt nur das riesige Salzmeer und die Stille.

Tiefenentspannung, das ist hier.

















 

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